Bandinfos: Bandbio Part III

Mit dem einzigartigen Konzeptalbum „Chemical Invasion", erschienen 1987 auf dem Höhepunkt des Streits zwischen EU und BRD um die geplante Verwässerung des Bier-Reinheitsgebots, addierten TANKARD zu ihrem Image das optische Optimum: Jungstar Sebastian Krüger, längst Gottkaiser teutonischer Karikaturisten, Titelseitengestalter des „Spiegel" und Leibmaler von Zeitgenossen wie Slash, Mick Jagger oder Keith Richard, pinselte sein erstes von insgesamt acht TANKARD-Covern und wurde damit ebenso zu einem Markenzeichen der Band wie der Sound von Stammproducer Harris Johns, der jedoch im Frühjahr 2002 beim Einspielen von „B-Day" erstmals nicht mehr hinter den Reglern saß, um den Herrschaften vom Weißwurstäquator auf die Sprünge zu helfen; diesmal vertrauten die Hessebube auf den Kollegen Andy Classen.

Zurück im Boot ist dagegen Krüger, der nach mehrjähriger Pause für das Jubiläums-Cover wieder die Farben angerührt hat. Mit dem grünen Giftzwerg von der "Alien"-EP und Pilsvernichter Bomber (Superschwergewichtsmodel auf dem Titelbild des 2000er Albums "Kings Of Beer") hat der begnadete Niedersachse die beiden legendärsten Comicfiguren der TANKARD-Geschichte noch einmal verewigt.

Und da Frechheit meistens siegt, hatten TANKARD im Gegensatz zu ihren Geistesverwandten vom berüchtigten „Titanic"-Magazin im Frankfurter Westend mehr Glück mit einer Verunglimpfung von Karol Woytyla. Während die Satiremacher für den angedeuteten Akt des Papsts mit einem Schaf auf einer Titelseite von Inquisition und Sittenwächtern bedroht wurden, entging der kiffende Jesus-Stellvertreter auf dem Cover von „The Meaning Of Life" peinlichen Nachstellungen durch Justiz und Klerus. Im Gegenteil: Es muss schon göttliches Wohlwollen im Spiel gewesen sein, als die Band 1990 beim Rock Hard-Open Air als einziger Act bei Sonnenschein auftreten durfte. Bei sämtlichen übrigen Combos goss es wie aus Kübeln.

Obwohl: So ganz ungeschoren wollte der Chef die Herren Katzmann, Geremia und Schnädelbach nach ihrem gemeinsam inszenierten Kirchenaustritt nun doch nicht davonkommen lassen: Bei einem öffentlichen Biertest am selben Tag versagten allen drei Testpersonen die Geschmacksnerven, obwohl sie vorher noch dick getönt hatten: „Kein Problem. Wir sind Hobby-Alkis!"

Auch ohne Schauprozesse, himmlische Zeichen und pelzige Zungen halten die Biermetaller vom Weißwurstäquator mittlerweile diverse einsame Rekorde: Deutschlands laut eigener Aussage „hässlichste Band"

  •     wurde nie gebootlegt
  • bekam von der GEMA 1991 freundlicherweise eine "Spende" von 10.000 Mark überwiesen, weil sie mit einer Plastik-Combo namens Captain Hollywood verwechselt wurde
  • nannte ihr Livealbum in Anlehnung an einen bösen britischen Artikel („fat ugly German bastards") selbstironisch „Fat, Ugly And Live"
  • verunglimpfte liebe Freunde wie die Düsseldorfer Thrasher Assassin in Special Thanx-Listen als „poor Kakaodrinkers"
  • schrammte mit ihrer 100-Jahre-Eintracht-Geburtstags-Hymne ´Schwarz-weiß wie Schnee´ auf Platz zwei der Jury-Hitliste knapp daran vorbei, bis ans Ende aller Tage vor Heimspielen im Waldstadion gedudelt zu werden
  • spielte 1999 mit zwei Gigs eine denkbar kurze, aber um so heftigere Japan-Tour
  • wartet nach den Shows meist vergeblich auf willige dickbrüstige blonde Groupies, weil das Publikum mehrheitlich aus dickbäuchigen Kuttenträgern besteht
  • bestand mit zwei Schlager-Coveralben unter dem Namen TANKWART die Reifeprüfung in der Abteilung „Himbeergeist zum Frühstück", Marke Dieter Thomas Fuck
  • traf sich nach dem Ausstieg von Andy Bulgaropoulos zu einer Audition mit einem 50-jährigen Gitarristen namens "Fürst der Finsternis", der allerdings kaum geradeaus schrubben konnte, weshalb sich der Sachsenhausener White-Metaller Andy Gutjahr den Posten sichern konnte (seit dem Ausstieg von Axel Katzmann 1995 wegen einer Arthrose im Handgelenk holzten TANKARD nur noch mit einer „Axt")
  • und erhielt weder von der Stadt Frankfurt für die positive Image-Werbung in aller Welt noch von der deutschen Brauindustrie für den Kampf gegen falsches Bier und für das Reinheitsgebot von 1516 je eine offizielle Auszeichnung wie den dicken Maßkrug am Bande.